Workshops

Drei Jugendliche vor dem Computer

Workshops: Unterstützende Technologien und barrierefreie Medien

Unterstützende Technologien im Überblick

Unterstützende Technologien ermöglichen Menschen mit Behinderung den Zugang zu digitalen Medien wie Computer und Internet, sie unterstützen bei der Kommunikation und mit ihrer Hilfe können Kompetenzen gefördert werden. Beispiele sind alternative Eingabegeräte wie Mundmaus, Taster, Kopf- oder Augensteuerung für Menschen mit Körperbehinderung, Vorlese- und Vergrößerungstechnik für Menschen mit Sehbehinderung, Kommunikationsgeräte für Menschen mit Sprachbehinderung sowie Lernsoftware. In diesem Workshop geben wir einen Überblick über die technischen Möglichkeiten, der Fokus liegt auf Techniken, die Lernen und Kommunikation ermöglichen und Kompetenzen fördern. Unterstützende Technologien können im Erlebnisparcours und im Testzentrum selbst ausprobiert werden.

Barrierefreies Internet ganz praktisch

Computer und Internet sind sehr wichtig für Menschen mit Behinderung, da behinderungsbedingte Einschränkungen ausgeglichen werden können. Durch die Digitalisierung vieler Lebensbereiche haben sich neue Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderung entwickelt. Damit Menschen mit Behinderung im Internet surfen und digitale Dokumente bearbeiten können, müssen diese jedoch barrierefrei programmiert bzw. gestaltet sein. Der Workshop gibt einen Einblick in die Grundlagen des barrierefreien Internetsund der Barrierefreien Informationstechnikverordnung (BITV 2.0). Ganz praktisch wird gezeigt, was jeder - ganz ohne programmiertechnische Kenntnisse - zur Barrierefreiheit beitragen kann: Wir zeigen, wie man Inhalte im Internet und Office- (Word, Excel, Powerpoint) sowie PDF-Dokumente barrierefrei gestaltet, z. B. durch die Verwendung von Überschriftenformatierungenund das Einfügen von Alternativtexten.

Untertitel und Audiodeskription erstellen

Immer mehr audiovisuelle Inhalte werden im Internet über Videoplattformen geteilt. Dieser Trend ist auch für Menschen mit Behinderungen positiv: Menschen mit Lernschwierigkeiten können z. B. audiovisuelle Inhalte leichter verstehen. Auch Menschen mit Seh- und Hörbehinderung können von audiovisuellen Inhalten profitieren - wenn diese barrierefrei gestaltet sind, z. B. durch Untertitel und Audiodeskription. In diesem Workshop zeigen wir ganz praktisch, wie man Videos mit einfachen und kostenfreien Video- und Audiobearbeitungsprogrammen mit Untertitel und Audiodeskription barrierefrei gestalten kann. Sehr einfach geht das Einfügen von Untertiteln bei YouTube. Wir zeigen, wie, und gehen auf die Vor- und Nachteile ein.

Tablets für den inklusiven Einsatz

Tablets sind motivierend. Sie sind oft sehr leicht zu bedienen. Sie sind vergleichsweise günstig. Und einige unterstützende Technik ist bereits vorinstalliert bzw. können die Geräte durch unterstützende Apps an unterschiedliche Bedarfe angepasst werden. Man kann mit Tablets Kompetenzen fördern (z. B. Ursache-Wirkungs-Verständnis, Lesen, Schreiben, Rechnen) und Medienprojekte durchführen. Daraus ergeben sich für den inklusiven Einsatz spannende Möglichkeiten. Themen des Workshops: Unterstützende Apps und alternative Eingabetechnologien für Tablets, Apps zur Förderung von Kompetenzen bzw. zum gemeinsamen Spielen, Apps zum Erstellen eigener Medienprodukte (z. B. Comics, vertonte Bilderbücher).

Lernsoftware für jeden Bedarf

Lernsoftware kann das Lernen von Kindern mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten wirksam unterstützen. In diesem Workshop werden einige ausgewählte Programme vorgestellt: Tasterbedienbare Lernsoftware und Apps für verschiedene Lernbereiche; unterstützende Software für Heranwachsende mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten sowie eine barrierefreie Schulsoftware, die auch Kindern mit Körperbehinderung, die nicht handschriftlich schreiben können, das Ausfüllen von Arbeitsblättern ermöglicht. Mittlerweile gibt es auch Apps, die das Fotografieren und Bearbeiten von Arbeitsblättern mit der Tastatur ermöglichen. Sie sind eine tolle Hilfe für Heranwachsende, die nicht (gut) mit dem Stift schreiben können.

Von GuK bis Augensteuerung: Unterstützte Kommunikation

Unterstützte Kommunikation (UK) bezeichnet alle Hilfen, um die Kommunikation von Menschen ohne (verständliche) Lautsprache zu fördern. Das können Gebärden, Bildkarten und technische Hilfen sein: Mit schrift- oder symbolbasierter Kommunikationssoftware werden Computer und Tablets zu sogenannten "Talkern". Es gibt technische Hilfen, mit denen das Ursache-Wirkungs-Verständnis und damit eine wichtige Grundlage von Kommunikation geübt werden kann bis hin zu hochkomplexen Kommunikationsgeräten, mit denen auch körperlich schwerstbehinderte Menschen mit Hilfe einer Augensteuerung grammatikalisch korrekt kommunizieren können. Der Workshop bietet einen Einstieg in das Thema und einen Überblick über technische UK-Hilfen.

Workshops: Inklusion und Sensibilisierung

Behindert? Behindern? Behindernd?

Pädagogische Fachkräfte sind - Stichwort Inklusion - zunehmend mit dem Thema Behinderung sowie Heranwachsenden mit Behinderung konfrontiert. In diesem Workshop wollen wir keine Patentrezepte im Umgang mit bestimmten Behinderungsarten geben, sondern wir wollen Mut machen, sich offen mit dem Thema auseinanderzusetzen sowie eigene und andere Meinungen zu diskutieren und zu reflektieren. Dafür haben wir verschiedene Aktivitäten und Aktionen in einem Sensibilisierungsworkshop gebündelt, die wir in unterschiedlicher Länge (z. B. ein oder zwei Tage) durchführen können: Wir streiten uns über das Denkmal von Präsident Roosevelt, versuchen blind, gehörlos und im Rollstuhl mit der U-Bahn zu fahren und drehen dabei Videos, üben Lippenlesen, schauen Werbung und fragen: "Bist du behindert?"

Behinderungsbilder in den Medien und in der Werbung

Medien einen starken Einfluss darauf, wie über etwas gedacht wird und welche "Bilder in den Köpfen" herrschen. Dieser Einfluss ist umso stärker, je weniger Berührungspunkte man zu bestimmten Themen und Menschen hat. Medien beeinflussen das gesellschaftliche Denken über Behinderung sehr stark, weil viele in "echt" wenig Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben. In diesem Workshop zeigen wir, wie Behinderung in der Werbung dargestellt wird. In der Werbung geht es immer darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Oft geschieht das mit Überraschungseffekten, die von einer bestimmten Erwartungshaltung ausgehen. Gemeinsam wollen wir lustige und kontroverse Werbespots schauen, eigene und gesellschaftliche Vorstellungen von Behinderung diskutieren.

Besser kommunizieren mit Hörbehinderten

Hörbehinderungen sind "unsichtbar" und zugleich stark einschränkend. Obwohl sich die Partizipations- und Kommunikationsmöglichkeiten durch technische Entwicklungen (z. B. verbesserte Hörtechnik, Untertitel, Mail/ SMS) stark verbessert haben, ist das Wichtigste ein Umfeld, das die Hörbehinderung durch entsprechende Kommunikationsstrategien berücksichtigt. Im Workshop wird auf die verschiedenen Bedarfe von Menschen mit Hörbehinderung eingegangen, Kommunikationsregeln erarbeitet und Möglichkeiten für besseres Kommunizieren und Teilhabe - vom Schriftdolmetschen bis zur Untertitel-App - vorgestellt. Jüngere Schülerinnen und Schüler werden spielerisch, z. B. durch Lippenleserätsel und Fingeralphabet, Rollenspiele mit Spielfiguren, an das Thema herangeführt und für andere Kommunikationsformen sensibilisiert.

Mit Rollstuhl, Emoji und allen Sinnen

Mit unseren Angeboten sensibilisieren wir für unterschiedliche Bedürfnisse und regen Kinder und Jugendliche an, sich mit dem Thema Behinderung auseinander zu setzen. Spiel und Spaß kommen dabei nicht zu kurz - und Berührungsängste gar nicht erst auf. Die Inhalte dieses Workshops gestalten wir je nach Alter und dem Interesse der Teilnehmenden: Auf einer Fahrt im Rollstuhlparcours erleben die Kids das Rollifahren als sportliche Herausforderung, lernen aber auch einiges über Mobilität und unnötige Barrieren. Der Sinnesparcours schärft die Aufmerksamkeit für ALLE Sinne, vor allem für die manchmal vernachlässigten: Fühlen, Schmecken, Riechen, Hören. Wie Kommunizieren mit Bildern geht, zeigen unsere Emoji-Rätsel. Als Barrieredetektive gehen die Teilnehmenden in "gemischt-behinderten" Teams auf Tour und erkunden ihre Umwelt auf Barrieren für Blinde, Gehörlose und Rollstuhlnutzende.