Übersicht & Menschen

Blindenstock, der über ein Blindenleitstreifen geführt wird
Bildnachweis: Andi Weiland | Boehringer Ingelheim, Gesellschaftsbilder.de

Menschen, die nicht (gut) sehen können, haben aufgrund unterschiedlicher Sehfähigkeit unterschiedliche Bedarfe um digitale Medien selbstbestimmt nutzen zu können. Gute Einblicke geben der Blog von Lydia Zoubek und die YouTuber Ypsilon und Mr. BlindLife:

Lydia’s Welt (Blog von Lydia Zoubek)

Sehbehinderung & Blindheit

Menschen mit Sehbehinderung: Je nach Sehrest profitieren sie von Vergrößerung, anpassbaren Kontrasten und Farben. Längere Texte können vorgelesen werden. 

Menschen mit Blindheit können sich nicht mehr visuell auf einem Bildschirm orientieren. Sie benötigen einen Screenreader. Das ist eine Software, die nicht nur den Text, sondern auch alle Navigationsinformationen vorliest. So wissen blinde Personen, auf welcher Seite sie sich befinden, wie die Seite aufgebaut ist, welche weiteren Menüpunkte es gibt und welche Programme sie öffnen können. Diese Infos werden über eine Sprachausgabe oder über eine Braillezeile in Brailleschrift ausgegeben. 

Barrierefreier Zugang & Alltagshelfer

Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit profitieren unterschiedlich von digitalen Technologien:

Zum einen benötigen sie assistive Technologien wie Screenreader, Braillezeile, Vergrößerung und Vorlesetechnologien für den Zugang zu digitalen Technologien und zu Dokumenten. Auch für gedruckte Informationen gibt es einen barrierefreien Zugang für blinde Menschen: Gedruckte Dokumente werden gescannt und dabei der gedruckte Text in einen digitalen Text umgewandelt, der von Sprachausgabe ausgelesen werden kann. Waren dafür vor einigen Jahren noch teure Spezialtechnologien notwendig, können dies mittlerweile auch Apps auf dem Smartphone oder Tablets. 

Apropos Apps: Smartphone und Tablets sind mittlerweile zu unverzichtbaren  Alltagshelfern für blinde und sehbehinderte Menschen avanciert! So gibt es Apps zur Navigation und Orientierung unterwegs, Apps, die die Produktinfos hinter Barcodes auslesen, Apps, die Farben, Licht und Geldscheine erkennen, Apps, die das Smartphone in eine Lupe verwandeln und vieles mehr.

Barrierefreiheit als Voraussetzung!

Damit Apps, Webseiten, Software von Screenreadern ausgelesen werden können, müssen sie barrierefrei programmiert sein. Einen guten Einstieg in das Thema gibt es hier:

Auch Dokumente, wie z. B. Office-Dateien, müssen barrierefrei gestaltet sein, z.  B. durch eine logische Überschriftenformatierung und die konsequente Verwendung von Formatvorlagen.  In diesem Leitfaden der TH Köln gibt es eine gute Übersicht, was dabei zu beachten ist und wie jede*r so zu mehr Barrierefreiheit beitragen kann. 

Und wie sieht's eigentlich aus mit Social Media & Co.? Die Iniative barrierefrei posten gibt hier sehr übersichtlich gute Tipps.

leserlich.info ist ein Angebot des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Hier gibt es gute Tipps rund um ein inklusives Design, das Menschen mit Sehbehinderung mitdenkt.